Barranco Camp - Barafu Camp

... 15. Januar 2022 ...

Der Tag beginnt im Barranco Camp, 3.950 Meter, und führt hinauf zum Barafu Camp auf 4.673 Metern.

Ein Tag, der früh anfängt. Um fünf Uhr das Aufstehen, um halb sechs der erste Schritt.

Die Trekkingstöcke geben wir für diese Wegstrecke ab. Wir brauchen die Hände.

Vor uns die Wand. Dreihundert Meter Höhengewinn, der Weg zieht diagonal von links unten nach rechts oben.

Kein Gehen mehr, eher ein Klettern. Die Guides sind nah. Kaum jemand macht einen Schritt allein. Man wird geführt, beobachtet, korrigiert.

In der Wand überschreiten wir erneut die 4.000-Meter-Marke, diesmal ohne Feierlichkeit, fast nebenbei.

Auch unsere Träger nehmen diesen Weg. Mit dem Material, mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie immer.

Oben eine kurze Pause, ein Atemholen, dann geht es weiter.

Die Landschaft öffnet sich zu einer alpinen Mondlandschaft, karg, grau, still. Das Barafu Camp liegt darin wie ein Provisorium. Die letzte Station vor dem Gipfel.

Als wir ankommen, ist alles bereit. Das Essen ist da, die Zelte stehen zwischen den Steinen.

Es ist wie jeden Tag, irgendwie ein Nach-Hause-Kommen und alles funktioniert.

Am Abend das Briefing von Hubert, reduziert auf zwei Sätze. Zwei Teams für den Gipfelstrum. Das schnellere startet um Mitternacht, das langsamere um 23 Uhr. Wenn alles gut geht, kommen beide gleichzeitig an.

Erleichterung. Dann der zweite Satz. Das langsamere Team, sagt Hubert, das ist der Kalles. Gelächter. Ein kurzer Moment der Leichtigkeit in dieser Höhe.

 

Bei mir stellt sich ein Gedanke ein, leise, fast vorsichtig: Es wird klappen. Zwischen 18 und 23 Uhr ist Schlafenszeit.

Der Körper liegt, der Geist bleibt wach. Der Schlaf kommt nicht wirklich.

Aber die Nacht beginnt trotzdem.

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