Machame Gate - Machame Camp

... 12. Januar 2022 ...

Die erste Etappe beginnt nicht mit dem Schritt, sondern mit dem Sitzen. Mit der Busfahrt zum Machame Gate, 1.840 Meter über dem Meer, noch fern von der eigentlichen Höhe und doch bereits Teil des Weges. Am Gate dann das Warten, die Registrierung, das Zuschauen.

Unsere Sachen liegen ausgebreitet, werden sortiert, gepackt, neu gebunden. Ein Ablauf, der sich unserem europäischen Blick entzieht. Man versteht ihn nicht – und gerade deshalb funktioniert er.

Am Eingang des Berges wird verteilt. Jedes Gepäckstück findet einen Rücken, jedes Gewicht wird kontrolliert, sachlich, ohne Kommentar.

Der Berg beginnt hier mit Ordnung.

Und mit Zahlen, die man sich merkt, ohne sie wirklich zu begreifen: fünf Etappen, vierzig Kilometer, zweiunddreißig Stunden Gehzeit, viertausend Höhenmeter. Noch sind sie abstrakt, eine Art Vorahnung.

Dann setzt das Gehen ein. Vom Machame Gate hinauf zum Machame Camp auf 2.980 Metern.

Der Weg führt durch Urwald, durch feuchte, grüne Enge, über Pfade, die sich nicht aufdrängen. Langsam geht es bergauf, stetig, ohne Drama.

Der Körper tastet sich ein, der Atem sucht seinen Rhythmus.

Wie an allen kommenden Tagen werden wir überholt. Die Träger ziehen an uns vorbei, leichtfüßig, wortlos, als gehörte die Zeit ihnen.

 Wenn wir schließlich ankommen, stehen die Zelte bereits. Das Essen ist vorbereitet. Die Jungs sitzen da, ruhen sich aus.

Also setzen wir uns auch. Und lassen den Tag ankommen.

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