Machame Camp - Shira Camp
... 13. Januar 2022 ...Der Morgen im Machame Camp beginnt nach der ersten Nacht im Zelt. Das Frühstück ist einfach, verlässlich, ein Übergang zwischen Schlaf und Aufbruch.
Noch liegt der Urwald um uns, aber man spürt bereits, dass er uns nicht halten wird.
Mit den ersten Schritten lichtet sich das Grün.
Wir verlassen den Wald, ohne dass es einen klaren Schnitt gäbe.
Die Vegetation wird niedriger, weniger üppig, der Weg offener.
Gleichzeitig wird er
steiler,
fordernder,
ein Gehen, das mehr Aufmerksamkeit verlangt.
Der Körper merkt es zuerst. Dann erst der Blick.
Die Aussicht öffnet sich. Mit der Höhe kommt die Weite, und mit der Weite eine neue Form von Stille.
Noch begleiten uns Vögel, ihre Rufe halten die Landschaft in Bewegung, als wollten sie den Übergang markieren.
Das Ziel ist das Shira Camp auf 3.840 Metern. Dort sehen wir die Höhle, in der die Träger früher genächtigt haben. Ein Ort aus einer anderen Zeit.
Chief Guide Justin erzählt die Geschichten dazu, ruhig, ohne Pathos. Heute, sagt er, ist alles anders. Die Träger werden heutzutage gut versorgt. Schuhwerk und Gewicht werden geprüft, geschlafen wird in Zelten. Fortschritt als Versorgung, unspektakulär, aber spürbar.
Der Abend schließt sich, wie jeder Abend. Mit dem Briefing von Hubert. Ein ruhiges Durchgehen des Kommenden, damit man wirklich weiß, was der nächste Tag bereithält. Der Berg bleibt dabei still. Und wir hören zu.


